Alles Soja? Alternative Eiweißquellen bei der Tierfütterung
Dr. Weber bringt frischen Wind in die Diskussion über alternative Eiweißquellen in der Tierhaltung.
Am 10. Februar 2025 fand in der Georgsanstalt in Ebstorf ein fesselnder Vortrag von Herrn Dr. Manfred Weber für die Einjährige Fachschule Agrarwirtschaft (EFA) statt, der sich mit einem Thema beschäftigte, das für die Landwirtschaft von großer Bedeutung ist: der Proteinfütterung in der Schweinehaltung und den heimischen Alternativen zu Soja.
Vor interessierten Schülerinnen und Schülern präsentierte Dr. Weber seine spannenden Erkenntnisse und Ansätze. Die Luft brannte förmlich, indem er die EFA spielerisch mit Fragen einband und einem Gewinner kürte.
Soja – die bewährte Wahl?
Zu Beginn seines Vortrags stellte Dr. Weber klar, dass Soja nach wie vor eine der besten Proteinquellen für die Schweinefütterung darstellt. „Soja hat sich über Jahre bewährt und liefert die benötigten Nährstoffe in hoher Qualität“, erklärte er. Doch gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit, alternative Eiweißquellen zu erkunden, um die Abhängigkeit von Soja zu reduzieren und nachhaltigere Praktiken zu fördern. Im weiteren Verlauf des Vortrags stellte Dr. Weber verschiedene alternative Proteinquellen vor, darunter Ackerbohnen, Süßlupinen, Erbsen und heimischer Soja. Die Zuhörer waren beeindruckt von den Vorteilen dieser Alternativen, die sowohl die Tierernährung, Futtereinsparungen als auch die Umwelt positiv beeinflussen können. Ein besonders interessanter Punkt war die Diskussion über Insekten als mögliche Eiweißquelle. Dr. Weber erläuterte, dass Insekten zwar hohe Proteinanteile aufweisen, jedoch für den landwirtschaftlichen Tierfuttermarkt aufgrund der hohen Produktionskosten nicht attraktiv sind. „Insekten sind zurzeit einfach zu teuer, um sie in der Schweinefütterung sinnvoll einzusetzen“, so Dr. Weber. Diese Erkenntnis stieß auf Zustimmung und verdeutlichte die Herausforderungen, die bei der Suche nach wirtschaftlichen Alternativen bestehen.
„Eine angepasste Futterzusammensetzung kann nicht nur die Zunahmen der Tiere optimieren und die Darmgesundheit fördern, sondern auch die Futterkosten um 10% senken“, erklärte er. Die EFA beeindruckte die negative Wirkung von Erbsenkonzentrat oder Erbsenschale auf unerwünschten Bakterien in der Darmgesundheit. Die daraus resultierende verbesserte Futterverwertung ist besonders interessant für die kommende Generation von Landwirt*innen.
Insgesamt war der Vortrag von Dr. Weber ein voller Erfolg und bot wertvolle Anregungen für die Zukunft der Fütterung. Die EFA nutzt die Erkenntnisse für ihre eigenen Betriebe. Die Georgsanstalt hat erneut gezeigt, dass sie ein Ort für den Austausch von Wissen und Ideen in der Landwirtschaft ist.
Dr. Manfred Weber ist promovierter Agrarwissenschaftler und seit 2024 Leiter des LLG-Zentrums für Tierhaltung und Technik in Iden. Zusätzlich engagiert er sich regionalen und überregionalen Gremien für Futter und Fütterung in der Tierhaltung. Uns besuchte er als freier Autor für Infoplattform „Proteinmarkt.de. Wir bedanken uns recht herzlich für den informativen Besuch.